ÜberLeben VI – Das Ziel erreichen

Gottesdienst am Sonntag,20.03.2016

Thema: ÜberLeben VI – Das Ziel erreichen

Text: 4. Mose 14; 21 und Nehemia 9,9-24

Predigt: Pastor Gero Cochlovius

Liebe Gemeinde,

unglaublich: 17.000 Kilometer falsch geflogen! Zwei holländische Touristen wollten Urlaub in Sydney in Australien machen. Sie stiegen in den Flieger und landeten auch in Sydney – nur die Sonne schien nicht: So schnell kann man am falschen Ende der Welt landen. Statt in Australiens Millionen-Metropole Sydney sind die beiden in der gleichnamigen kleinen Provinzstadt im Osten Kanadas gelandet. “Die beiden Holländer bemerkten erst beim Landeanflug auf den kleinen Flughafen, dass sie die falschen Flüge gebucht haben”, berichtete die Süddeutsche Zeitung (12.8.2009). Kanada statt Australien! Das ist wahrlich eine Zielverfehlung.

Das Ziel erreichen! Darum geht es – nicht nur heute im Gottesdienst, sondern überhaupt im Leben. Wer sein Urlaubsziel verpasst – wie diese fliegenden Holländer – das ist irgendwie ärgerlich, aber zu verkraften. Aber wird das Lebensziel verpasst… Was kann es Schlimmeres geben?

Am Ende unseres 40-Tage-Projekts und am Ende der Passionszeit wollen wir über das Ziel nachdenken. Welches Ziel hatten Mose und das Volk Israel? Welches Ziel hatte Jesus, als er an Palmsonntag nach Jerusalem einzog? Welches Ziel haben wir – und unsere Taufkinder Alina und Jona?

Israels Ziel war das gelobte Land! Ein neues Zuhause. Eine Heimat. Das Land, in dem Milch und Honig fließen sollte.

Und nach vielen Irrungen und Wirrungen erreichte das Volk dieses Ziel. Wir lesen als Predigttext für heute ein wunderbares Dankgebet, das einen ergreifenden Rückblick auf dieses Geschehen enthält, verfasst von Nehemia. Ich lese einige Auszüge aus Nehemia 9:

9 Und du, Gott, hast das Elend unserer Väter in Ägypten angesehen und ihr Schreien am Schilfmeer erhört
10 und Zeichen und Wunder getan am Pharao und allen seinen Großen (…)
11 Und du hast das Meer vor ihnen zerteilt, sodass sie mitten durchs Meer trocken hindurchgingen (…)
12 und hast sie geführt am Tage in einer Wolkensäule und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten auf dem Wege, den sie zogen.
13 Und du bist herabgestiegen auf den Berg Sinai und hast mit ihnen vom Himmel her geredet (…)
15 und hast ihnen Brot vom Himmel gegeben, als sie hungerte, und Wasser aus dem Felsen fließen lassen, als sie dürstete, (…)
16 Aber unsere Väter wurden stolz und halsstarrig, sodass sie deinen Geboten nicht gehorchten,
17 und weigerten sich zu hören und gedachten auch nicht an deine Wunder, die du an ihnen tatest, (…)
Aber du, mein Gott, vergabst und warst gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und verließest sie nicht. (…)
20 Und du gabst ihnen deinen guten Geist, um sie zu unterweisen, (…)
21 Vierzig Jahre versorgtest du sie in der Wüste, sodass ihnen nichts mangelte. (…)
23 Und du mehrtest ihre Kinder wie die Sterne am Himmel und brachtest sie ins Land, das du ihren Vätern zugesagt hast, dass sie dort einziehen und es einnehmen sollten.
24 Und die Kinder zogen hinein und nahmen das Land ein.

Es ist ein Rückblick voller Dankbarkeit. Das Ziel wurde erreicht. Das ist für Nehemia die Hauptsache. Das zählt am Ende. Und das überstrahlt auch manches Dunkle, über das Nehemia in der Rückschau hinweggeht. Und das wird auch in unserm Leben am Ende zählen – selbst, wenn es auch finstere Täler gibt, durch die Gott uns hindurchführt. Wir haben ja eben dieses Lied gesungen, das die Reise gut beschreibt: Dir gehört mein Lob, wenn der Segen in Strömen fließt, du mir mehr als genügend gibst, dir gehört mein Lob. Und dir gehört mein Lob, auch wenn ich mich verloren fühl, in der Wüste und ohne Ziel, dir gehört mein Lob.” Die Israeliten kannten beides. Segen und Wunder auf ihrem Weg. Aber auch die Erfahrung, in der Wüste ziellos umherzuirren. Und dennoch: Im Rückblick kann Nehemia Gott nur loben. Denn das Ziel wurde erreicht.

Das Ziel erreichen. Bevor wir am Ende das Ziel der Reise noch kurz anschauen, wollen wir erst noch überlegen: Was kann uns vom Ziel abbringen? Was sind Hindernisse auf dem Weg? Denn davon gab es für die Israeliten eine Menge! Und weil – wie Paulus schreibt – diese Geschichten Israels wie Gleichnisse für uns als Christen sind, ist es wichtig, da genau hin zu schauen.

Drei Gedanken dazu:

1) Die Riesen auf der Reise
2) Die Schlange auf der Stange
3) Das Ziel, das zieht

 

1) Die Riesen auf der Reise

Ja, es war für die Israeliten nicht nur eine riesen Reise, sondern es gab auch Riesen auf der Reise. Wir lesen davon im 4. Buch Mose 13 und 14:

Bevor Israel das verheißene Land, das Land Kanaan, einnehmen sollte, schickt Mose 12 Kundschafter aus, Spione, Leute, die erst mal alles genau erkunden sollen. 40 Tage lang. Das ist schon mal eine wichtige Sache: Das Ziel, auf das man zusteuert, genau zu kennen. Vorbereitet zu sein. Kennst du das Ziel deiner Lebensreise?

Doch als die Kundschafter zurückkehren, passiert etwas Merkwürdiges: Zehn von ihnen konzentrieren sich in ihrem Bericht gar nicht auf das Ziel – ja, sicher, sie schwärmen von dem wunderbaren Land, von der Fruchtbarkeit, den riesigen Weintrauben, knackige Granatäpfel und leckere Feigenfrüchte – doch dann kommt ein riesiges ABER. Aber… Es ist ein Aber der Resignation: Wir werden eh nicht hinkommen. “Aber stark ist das Volk, das darin wohnt. Und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von großer Länge. Wir sahen dort auch Riesen.” (4. Mose 13,28.32f)

In der damaligen Zeit waren die Menschen von ihrer Körpergröße her in der Regel deutlich keiner als wir heute. Die Männer – wie man aus Skelett- und Grabfunden schließen kann – im Schnitt um die 1,63m, die Frauen um die 1,50. Aber es gab auch Ausnahmen. Es gab hochgewachsene Volksgruppen. Und auch die 2m-Marke wurde schon mal überschritten (denken wir an Goliath!). Und wenn man im Fernsehen ein Basketballspiel sieht, da ist ein Schiedsrichter mit 1,80m geradezu ein Zwerg gegen die Riesen wie Dirk Nowitzki (2,13m) & Co! Klar, dass die kleinen Israeliten sich auch wie Zwerge vorkamen. Aber es war nicht nur die Körpergröße das Problem. Es war die Angst! Die Angst, die einen selber noch kleiner macht, und den Feind noch größer! Und damit sind wir mitten im Leben. Kennen wir das auch? Riesen auf der Reise? Im Alltag gibt es das immer wieder. Da ist dieser schreckliche Termin beim Chef, wo es um die Neuausrichtung deines Arbeitsplatzes geht, und du kommst dir ganz klein vor. Ich denke auch an jemanden, für den Krankheiten wie solche Riesen waren. Immer wenn einer dieser Krankheitsriesen besiegt war, kam plötzlich hinter irgendeinem Gebüsch der nächste hervorgesprungen. Und dann kommt die Angst: Was wird das nächste sein? Ich denke auch an ein junges Mädchen, die gerade mit dem Studium begonnen hat. 1. Semester. Und der Stress macht sie fertig. Sie denkt: Das ist alles gar nicht zu schaffen! Und jede Klausur wird zum Riesen. Sie wird krank, muss nach Hause, isst nicht mehr, ist eine Woche völlig niedergeschlagen. Wie gut, dass Eltern und Freunde ihr wieder aufhelfen. Es gibt so viele Riesen auf der Reise unseres Lebens. Wenn wir auf die Riesen schauen, werden wir automatisch entmutigt – wie diese Kundschafter. Und eine Negativspirale setzt sich Gang. Nicht nur, dass sie selbst resigniert sind und einen völligen Tunnelblick bekommen, gar nicht mehr das Gute sehen können, sondern nur noch das Negative. Sondern noch Schlimmer: Sie stecken das ganze Volk damit an! Wir lesen: “Da fuhr die ganze Gemeinde auf und schrie, und das Volk weinte die ganze Nacht. Und alle Israeliten murrten gegen Mose und Aaron…” (4. Mose 14,1f). Die Gefahr ist so groß: Wenn man selber unzufrieden ist oder Angst hat, auch andere mit dem eigenen Tunnelblick anzustecken. Auch in der Gemeinde gibt es das! Und auf einmal sieht man alles negativ. Sieht überall Riesen, die uns bedrohen, und vergisst, dass wir mit Gott keine Angst haben brauchen. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit! Wie gut, dass es noch die zwei anderen Kundschafter gegeben hat: Josua und Kaleb. Sie bringen eine ganz neue Perspektive ein. Sie sehen nicht nur die Risiken, sondern die Chancen in der aktuellen Problemstellung. Sie sagen: “Das Land, das wir durchzogen haben, es zu erkunden, ist sehr gut.” Und dann bringen sie eine Grundwahrheit des Glaubens zum Ausdruck: Es hängt letztlich ohnehin alles auf unserer Lebensreise von der Gnade Gottes ab. 4. Mose 14,8: “Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben… Fallt nur nicht ab vom Herrn und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht.” Egal, welche Riesen uns Angst machen! Es ist wichtig, dranzubleiben im Glauben. Denn wenn wir den Glauben nicht mehr haben – wer kann uns dann überhaupt noch helfen gegen die Riesen? Und dann: “Der Herr aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen.” Was für eine Ermutigung gegen alle Resignation! Und das gibt Kraft für die Kämpfe, die folgen, die auch uns nicht erspart bleiben. Die beiden Taufsprüche passen so gut dazu:

Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst. (Jesaja 48,17)

Der Herr ist mein Hirte. (Psalm 23,1a)

Doch es gibt neben den Ängsten noch etwas anderes, was uns hindern will, das Ziel zu erreichen. Und das ist die Rebellion gegen Gott.

 

2) Die Schlange auf der Stange

In 4. Mose 21 lesen wir davon, dass die Israeliten wieder einmal einen riesigen Umweg machen mussten. Sie waren nun schon kurz vor den Toren des gelobten Landes. Sozusagen das Ziel in Sichtweite. Da sollten sie das Land der Edomiter umgehen und wieder zurück zum Schilfmeer. Das ist wie beim Monopoly diese Strafkarte: “Gehe zurück auf Los.” Nochmal alles auf Null gesetzt. Noch mal von vorn anfangen. Ohne Gewinn. Da kann man schon verstehen, dass die sagen: Darauf haben wir keinen Bock mehr. Aber was das Problem war: Sie rebellierten gegen Gott, sie wandten sich von Gott ab. Wir lesen: “Da redete das Volk gegen Gott.” Und sie vergessen einmal mehr als das Gute, das Gott ihnen getan hat. Sie sagen: “Uns ekelt vor dieser mageren Speise.” Wir haben die Nase voll. Ich habe immer wieder gesagt: Wir dürfen vor Gott auch klagen. Ja, wir dürfen mit ihm ringen, wenn wir ihn nicht verstehen. Aber was hier passiert: Sie wenden sich von ihm ab. Sie meinen: Ohne Gott geht es besser. Sie wollen Gott los sein. Selber ihren Weg gehen. Es ist letztlich dieselbe Verführung wie im Paradies, wo die Schlange den Menschen einredete: Ohne Gott geht es besser! Tu das, was du für richtig hältst. Wie es ja heute in unserer Gesellschaft beinahe üblich ist. Gottes Gebote, Gottes Plan etwa für Ehe und Familie, für den Umgang mit Sexualität oder den Umgang mit Geld oder für das Verhalten gegenüber den Fremden und Schwachen – wer fragt da nach Gott? Die Schlange führt uns weg von ihm. Und darum sendet Gott Schlangen. “Feurige Schlangen” wie es hier heißt: “Da sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk, die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben.” (4. Mose 21,6). Giftschlangen. Ein Ruf zur Umkehr! Und es hilft. Sie erkennen: “Wir haben gesündigt.” Und nun passiert etwas sehr Seltsames. Gott sagt zu Mose: “Mache dir eine bronzene Schlange, und die befestigst du auf einer Stange. Richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben!” Ihr Lieben, hier geht’s nicht um irgendwelche Zaubereispielchen. Hier geht es darum, dass Gott prüft, ob die Umkehr echt ist. Er prüft es dadurch, dass er Gehorsam fordert. Gehorsam seinem Wort gegenüber. Etwas, was nach menschlichen Verstand eigentlich völlig irrsinnig ist. Was soll mir das denn helfen, wenn ich da auf diese Schlange schaue, aus Bronze, die an einer Holzstange aufgehängt ist? Was soll mir das schon bringen? Aber es geht um das Vertrauen. Es geht darum, ob wir Gott wirklich zutrauen, dass er uns hilft. Nicht wie wir es uns vorstellen und wünschen, sondern wie er es will.

Und es ist noch mehr. Es ist ein Hinweis auf das, was Gott mit Jesus vor hat. Wir sind ja nun in der Passionszeit. Wir gehen auf Karfreitag zu. Jesus zieht ein nach Jerusalem. Das ist sein Ziel! “Das Ziel erreichen” – so unser Thema – was möchte Jesus in Jerusalem? Was ist sein Ziel? Sein Ziel ist: für uns zu sterben. Was hat das nun mit dieser Schlange zu tun? Jesus selber erklärt es uns. Johannes 3,14 lesen wir: “So wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden (also er selber, Jesus), damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.” Darum geht’s also. So, wie die Israeliten damals auf diese Schlange schauen mussten, die da an dieser Holzstange aufgehängt war, genauso müssen wir auf Jesus schauen am Kreuz. Das ist der einzige Weg zu unserer Rettung. Das alleine hilft uns. Und heilt uns vom tödlichen Gift der Sünde. Das alleine bringt uns zum Ziel. Und damals hat Gott denen geholfen, die das getan haben, die wirklich gehorsam waren. Die dem Wort Gottes gefolgt sind. Es heißt hier: “und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die bronzene Schlange an und blieb leben.” (4. Mose 21,9b). Die Schlange auf der Stange ist ein Hinweis auf Jesus Christus am Kreuz, der dort auch am Pfahl hängt, an dem hölzernen Gebilde, an der Holzstange. Wer dorthin schaut und sagt: “Herr, erbarme dich!”, der wird leben.

Und so sind wir nun bei Punkt 3.

 

3) Das Ziel, das zieht

Ja, wir brauchen Ziele im Leben. Und es ist gut auch so was wie Etappenziele zu haben. Die Konfirmanden etwa, die haben das Ziel, einen guten Schulabschluss zu bekommen. Später einen erfüllenden Beruf, den richtigen Partner zu finden Familie zu bekommen, ein Haus, sicher auch das eine oder andere gute Reiseziel. Aber die Frage heute Morgen: Was ist dein großes Lebensziel? Weißt du, wohin deine Reise geht? Weißt du, was deine Zukunft ist?

Als König Heinrich VIII. von England auf dem Sterbebett lag, so habe ich gelesen, ließ er seinen Hofnarren zu sich kommen. Hofnarren sind bekanntlich Menschen, die in witziger Form die Wahrheit sagen dürfen, die einem König sonst niemand zu sagen wagt. Der Hofnarr kommt ins Gemach des Sterbenden. Der König sagt: «Freund, ich muss jetzt auf die letzte Reise gehen.» “Wohin?” fragt der Narr. «Das weiß ich nicht.» “Und wer begleitet Euch?” «Niemand.» “Habt Ihr Euch denn auf diese Reise vorbereitet?” «Nein.» Da nimmt der Narr seinen Narrenstab und seine Narrenkappe, wirft sie dem König aufs Bett und sagt: “Majestät, Ihr habt mir einmal gesagt, ich solle meinen Narrenstab und meine Kappe demjenigen weitergeben, der ein noch größerer Narr sei als ich selber. Ihr seid dieser Mensch, denn Ihr geht jetzt auf eine Reise und wisst nicht wohin. Ihr wisst, dass Ihr nicht mehr zurückkehren werdet und habt nicht einmal einen Begleiter. Ihr seid wirklich ein viel größerer Narr als ich.” Ein König, der das Lebensziel verpasst hat! Das ist schlimmer als die 17.000 Kilometer Zielverfehlung der holländischen Touristen…

Das Volk Israel hatte das Ziel, das gelobte Land zu erreichen. Und tatsächlich! Nach vierzig Jahren Wüstenwanderung erreichten sie das Ziel – wenn auch nicht die Generation, die gemurrt und rebelliert hat (mit Ausnahme von Josua und Kaleb), sondern ihre Kinder. Das Volk Israel erreichte sein Ziel!

Das Land, in dem Milch und Honig fließt. Was heißt das? Nun Milch – das steht für Viehzucht, für Ziegen und Kühe. Für die nomadische Kultur der durch die Wüste ziehenden Israeliten war das das Paradies. Und Honig – das steht für Pflanzenreichtum, auch Nutzpflanzen, Blumen und Gras in Hülle und Fülle. Kurz: Ackerbau und Viehzucht mit Erträgen im Überfluss. Also endlich Heimat! Zur Ruhe kommen. Ankommen. Das ist ein Ziel, das zieht! Josua sagt, nachdem das Land eingenommen worden war: “Gott hat euch nun zur Ruhe gebracht…” (Josua 22,4). Und der Hebräerbrief sagt es so: “Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.” und meint damit die ewige, tiefe, glückerfüllte Ruhe in der ungetrübten Gemeinschaft mit Gott, das ewige Leben, den Himmel. Das ist ein Ziel, das uns zieht, oder? Das wollen wir erreichen!

Und dieses Ziel vor Augen zu haben, das gibt uns jetzt Kraft für die Kämpfe gegen die Riesen unseres Alltags, gegen die Riesen unseres Lebens. Das gibt uns jetzt auch schon den Antrieb, auf Jesus zu schauen, statt gegen Gott zu rebellieren. Wir wollen doch dieses Ziel erreichen und nicht verloren gehen! Wir wollen doch nicht am Ende die Narrenkappe aufgesetzt bekommen!

Nun zum Schluss: Wer hat das Volk Israel ins verheißene Land geführt? Es war nicht Mose! Mose hat es nur von weitem gesehen, bevor er starb. Es war vielmehr Josua. Und nun, liebe Gemeinde, wirklich wiedermal dieses Geheimnisvolle der Bibel: Josua – hebräisch wird der Name “Jehoschua” oder “Joshua” ausgesprochen. Und das ist nur eine andere Variante von Jeshua – zu Deutsch: Jesus! Merkwürdige: Joshua führt das alttestamentliche Gottesvolk zum Ziel, ins gelobte Land – und Jeshua führt uns, das neue Gottesvolk, zum Ziel, ins gelobte Land, in den Himmel!

Das ist unser Ziel, das ist unsere Zukunft.

Vielleicht können wir uns das so merken: ZIEL – das könnten die Anfangsbuchstaben sein von Z.I.E.L.: Zukunft Ist Ewiges Leben!

Amen.