Ein weiter Horizont

Gottesdienst am Sonntag, 22.01.2017

Thema: Ein weiter Horizont

Predigt: Pastor Gero Cochlovius

Text: Matthäus 8,5-13

Liebe Gemeinde,

das Hôtel Arbez Franco-Suisse in der Nähe vom Genfer See ist ein ganz besonderer Ort! Einmalig in der Welt: Die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz verläuft genau mitten durch dieses Hotel. Da kann es dir passieren, dass du mit deiner Familie Mittagessen willst, und die eine Hälfte des Tisches liegt in Frankreich, die andere in der Schweiz. Noch besser ist das große Bett der Hochzeitssuite: Da geht die Grenze mitten durchs Bett!

Doch offensichtlich und glücklicherweise ist diese Grenze nicht unüberwindbar! Man kann sich begegnen…
Doch wie viele Grenzen gibt es, die unüberwindbar sind! Die trennen. Zugegeben: Manche Grenzen sind ja wichtig und notwendig. Aber es gibt auch Grenzen, die man überwinden muss.

Wenn das Thema heute heißt: “Ein weiter Horizont” dann hat das viel mit falschen, hinderlichen Grenzen zu tun und ihrer Überwindung. Denn das Wort “Horizont” ist abgeleitet vom griechischen “horízo” – begrenzen, trennen – und heißt also nichts anderes als Grenze. Wenn wir die Evangelien aufschlagen, dann sehen wir, wie Jesus Grenzen überschreitet, wie Trennendes überwunden wird. Wie er unseren Horizont weitet. Und wir wollen heute auch mal fragen: Was sind eigentlich die Begrenzungen, die uns am Beten und Handeln hindern, die unsern Horizont klein und eng machen? Und wie können wir sie überwinden?

Unser heutiger Predigttext ist eine Geschichte voller Grenzüberschreitungen und Horizonterweiterungen. Begleiten Sie mich mit nach Kapernaum, wo wir uns einfach mal unter die Leute mischen, die Jesus beobachten, bei dem was er tut und sagt.

1) Die Grenze der Gleichgültigkeit überwinden

5 Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn
6 und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große Qualen.

Dieser Hauptmann ist etwas Besonderes. Er ist wirklich ein großes Vorbild für uns. Was war das für ein Mann? Er war ein Centurio, d.h. ein Befehlshaber über 100 Mann, sehr wahrscheinlich nicht im Dienst der Römer, sondern des Herodes Antipas. In so einer Kleinstadt wie Kapernaum war er damit einer der wichtigsten Leute, der nicht nur einen, sondern viele Sklaven und Bedienstete hatte. Er war Heide, also kein Jude, gehörte nicht zu Gottes Volk. Und doch hatte er tief in seinem Herzen eine Beziehung zu Gott. Er spürte: Es muss einen Gott geben, einen Schöpfer, dem ich mein Leben zu verdanken habe und der möchte, dass wir Menschen in Frieden zusammen leben. Und so war ihm die anderen Menschen nicht gleichgültig. Er setzte sich ein für das Wohl der Stadt, für die Menschen seiner Umgebung. Im Lukasevangelium lesen wir, dass die Ältesten der Juden auch zu Jesus kamen und Jesus sagten: “Er hat unser Volk lieb, und die Synagoge hat er uns erbaut!” (Lukas 7,4). Was für eine Aussage über einen heidnischen Hauptmann: Er hat unser Volk lieb! Und er hilft den Menschen seiner Umgebung. Liebe Gemeinde – das ist eine Anfrage an uns Christen: Wie denken und reden wir über unser Volk, über unsere Dörfer, über die Menschen in unserer Umgebung? Haben wir sie lieb? Oder sind sie uns gleichgültig, sind sie uns egal? Als Christen haben wir einen Auftrag: Salz der Erde, Licht der Welt sein. Und das bedeutet: uns interessieren für die Menschen um uns! Für unsere Nachbarn, für unsere Dorfgemeinschaften… Ich ertappe mich selbst dabei, dass mir das viel zu wenig gelingt. Aber dieser Hauptmann hat sie lieb. Schon im Alten Testament heißt der Auftrag Gottes: “Suchet der Stadt Bestes und betet für sie!” (Jeremia 29,7) – und da ging es um die gottlose Stadt Babylon. Der Hauptmann suchte das Beste für seine Stadt Kapernaum und die Menschen darin, denn sie waren ihm nicht gleichgültig. Und darum ist ihm auch das Schicksal seines Knechtes nicht gleichgültig. Obwohl er zig andere Knechte hatte, hatte er auch ihn von Herzen lieb. So sehr, dass er in seiner Bitte an Jesus nicht das übliche Wort für “Sklave” – doulos  benutzt, sondern pais, was sogar auch Kind bedeuten kann. Er hatte diesen Knecht lieb wie sein eigenes Kind. Und darum setzt er alles in Bewegung, als dieser geliebte Knecht krank wird und fürchterliche Qualen und Schmerzen erleidet. Er findet sich nicht ab damit und denkt: Da kann man eh nichts machen! Ich bin ja kein Arzt! Was geht’s mich an?! Er bleibt auch nicht bei tatenlosem Mitleid stehn und jammert und klagt nur. Nein, er findet sich nicht ab mit der Situation, er kämpft für ihn, und er macht das Beste, was er tun kann: Er geht zu Jesus. Er bittet ihn, ja, er betet im Grunde. Denn die Anrede “Herr” – benutzte man damals auch für Gott. In einem alten Lied heißt es:
Hast du eine Sorgenlast,
die dir raubet Fried und Rast,
Jesu Herz dir offen steht:
Mach aus Sorgen ein Gebet!

Lasst uns die Grenzen der Gleichgültigkeit überwinden! Und wie reagiert Jesus?

7 Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.

2) Die Grenze der Religion überwinden

So will ich diese Überschrift nennen. Warum? Jesus antwortet schlicht: Ich will kommen. Man könnte sogar übersetzen: Ich werde kommen. Also: Jesus kündigt an, zu diesem heidnischen Hauptmann nach Hause zu kommen. Das war aber gegen die jüdische Religion. Für einen frommen Juden war es undenkbar, in das Haus eines Heiden zu gehen. Damit würde man “unrein” werden. Jesus schert sich nicht um solche Konventionen, ihm sind menschliche Regeln zweitrangig,  wenn es darum geht, Liebe zu leben, Menschen zu helfen. Ich würde soweit gehen und sagen: Jesus hält nichts von Religion! Bei Wikipedia lesen wir als Definition von Religion: “die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften”. Christlicher Glaube ist etwas völlig anderes. Christlicher Glaube ist eine Beziehung. Eine Beziehung der Liebe. Gottes Liebe zu uns ist der Beginn, und unsere Liebe zu Gott und dem Nächsten die Folge. Es geht nicht in erster Linie um Regeln. Ich glaube, viele sehen den Glauben eher als Religion oder sollte man sagen: “Regelion” – Einfach ein paar Regeln beachten, ein guter Mensch sein und dann passt das schon? Nein, Jesus schert sich nicht um die Regeln der Menschen, ihm ging es um die Menschen selbst. Und dabei überschreitet er Grenzen! Er will in das Haus des heidnischen Hauptmanns kommen. Und helfen und heilen. Doch nun überrascht die Reaktion des Hauptmanns.

3) Die Grenze des Stolzes überwinden

8 Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.
9 Denn auch ich bin ein Mensch, der einer Obrigkeit untersteht, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s.

Dieser Hauptmann ist Befehl und Gehorsam gewohnt. Er ist jemand, auf den man hört. Er hätte allen Grund, als vermutlich wichtigster Bürger der Stadt stolz zu sein auf das, was er erreicht hat. Er hätte denken können: Ja, Jesus, wenn du in mein Haus kommst, dann ist das eine Ehre für dich! Das kann deinem weiteren Wirken nur förderlich sein. Das ist ein geschickter Schachzug! Das wird den Leuten Respekt vor dir verschaffen. Stattdessen das komplette Gegenteil: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst.

Was für eine tiefe Selbsterkenntnis und was für eine tiefe Jesuserkenntnis. Vor Jesus zerbricht der eigene Stolz! Unser Stolz ist wie eine Grenze, die uns von Jesus trennt. Der Stolz, der tief in uns drin steckt, der sich so schnell mit geistlichem Hochmut verbindet. “Ach, im Grunde bin ich doch gar nicht so ein schlechter Mensch…”  Oder: “Andere sind ja wirklich viel schlimmer als ich…” Kennen Sie solche Gedanken? Als ich als Jugendlicher und junger Student so besonders intensiv voller Leidenschaft im Glauben war, da ging es mir recht oft so, dass ich so ganz im Stillen manchmal die Mitschüler verachtet habe, die so wirklich ganz ohne Gott nur von Party zu Party dachten, die am Wochenende auf wilden Feten besoffen waren – und in meiner Fantasie malte ich mir das alles wahrscheinlich noch viel schlimmer aus, als es am Ende war… Und im Vergleich dazu fühlte ich mich ganz fromm und gut. Das ist gefährlich! Geistlicher Hochmut. Der Hauptmann begegnet Jesus ganz anders: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst.

Du bist heilig – ich bin es nicht. Ich brauche dich, aber ich passe eigentlich gar nicht zu dir. So wie Petrus zu Jesus gesagt hat: “Herr, geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch!” (Lukas 5,8). Doch Jesus sagt zu Petrus: “Fürchte dich nicht!”

Der Hauptmann erlebt auch dieses Gefühl: Jesus und ich – das passt eigentlich nicht. Aber er vertraut Jesus voll und ganz, dass er trotzdem ihn lieb hat und sein Gebet erhören wird. Ja, er ahnt: Dieser Jesus, das ist kein normaler Mensch. Der kommt von Gott. Der hat Autorität über alles. Wenn er befiehlt, so muss alles gehorchen, selbst die Krankheit. Und so betet er so, als wäre schon geschehen, was er betet!

4) Die Grenze unseres Horizonts überwinden

10 Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden!
11 Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen;
12 aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die äußerste Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern.

In diesen Versen ist der Grund, warum dieser Predigttext in die Epiphaniaszeit gekommen ist. In dieser Zeit denken wir ja besonders daran, dass Jesus als Licht für alle Menschen erschienen ist, wie es beispielhaft die Weisen aus dem Morgenland erfahren haben, die ganz weit aus dem Osten gekommen sind und auch zu Jesus fanden. Hier wird der enge Horizont gesprengt, der damals herrschte, als viele meinten: Nur für Israel ist Gott da. Nur für die Juden, die Heiden haben da nichts zu suchen. Nein, dieser Horizont wird gesprengt: Für alle Menschen ist Jesus da! Hier wird die Weltmission von Jesus schon in den Blick genommen. Hier sehen wir die gewaltige Kraft des Evangeliums, dass Menschen von den Enden der Erde kommen werden und im Himmelreich mit den Erzvätern Israels zu Tische sitzen. Und das erleben wir in besonderer Weise in unserer Zeit: Bis auf Europa und Nordamerika ist der christliche Glaube weltweit in einem unglaublich dynamischen Ausmaß am Wachsen! Viele Menschen finden zu Jesus! In Lateinamerika, Asien, Afrika. Wie haben wir es vorhin gesungen? Wir sind gekommen um dich anzubeten. Auf vielen Wegen haben wir zu dir gefunden. Dein Ruf ist durch die Welt gegangen.

Das macht mich so froh. Ich habe das selber oftmals erlebt. Als ich noch nicht verheiratet war, noch keine Familie hatte, bin ich manches Mal in der Welt herumgereist. So meist mit Rucksack, auf eigene Faust. Und es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn du irgendwo am Ende der Welt eine kleine Gemeinde triffst, Brüder und Schwestern im Glauben. Ob im Osten in Japan, im Westen in Kalifornien, oder im Süden in Malawi oder Tansania – überall hat Gott seine Leute! Und auch – was mich besonders begeistert – mitten in der islamischen Welt triffst du auf Nachfolger Jesu. Ich werde nie vergessen diesen Ostersonntag, den ich in Damaskus gefeiert habe, in einer kleinen Gemeinde. Und wir haben dieselben Lieder gesungen, die wir hier in Hohnhorst auch singen. Und ich konnte auf Deutsch mitsingen, was die auf Arabisch gesungen haben. Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.

Aber bei allen Grenzüberschreitungen und Horizonterweiterungen wollen wir nicht vergessen, dass es eine Grenze gibt. Es ist die Grenze, die Gott selbst gesetzt hat. Es ist die Grenze zwischen Gerettetsein und Verlorensein. Er sagt ja: Es gibt auch ein Draußen. “Die Kinder des Reichs” nennt Jesus sie hier und hat diejenigen aus dem Volk Israel – aber ich denke, auch darüber hinaus die Menschen vor Augen, die ihn ablehnen, weil sie auf ihre eigene Gerechtigkeit stolz sind, weil sie auf sich selbst und ihre Leistungen vertrauen. Die sich selbst den Himmel verdienen wollen. Es gibt also doch eine Grenze, und die Frage an uns ist: Auf welcher Seite stehen wir? Jesus kann und will uns hinüberbringen auf seine Seite, auf Gottes Seite. Also halten wir fest: Auch wenn es diese eine Grenze gibt, es gibt auch einen Grenzübergang, eine offene Tür: Jesus, der sagt: Ich bin die Tür. Ich bin der Weg.
Und nun wollen wir noch darauf hören, wie diese Geschichte ausgeht.

5) Die Grenze menschlicher Möglichkeiten überwinden

13 Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.

Die Macht Jesu wird hier exemplarisch deutlich. Jesus hat nicht alle Menschen geheilt, die damals krank waren. Und auch heute ist dies so. Und nicht jedes Gebet wird so erhört, wie wir es uns wünschen und gedacht haben. Aber hier, in diesem Beispiel, zeigt Jesus, dass er die Macht dazu hat! Und als Zeichen seiner Herrlichkeit macht er diesen Menschen gesund. Da bricht die Macht des Himmels durch die Grenze menschlicher Möglichkeiten hindurch auf die Erde. Da wird eine Grenzlinie, ein Horizont durchbrochen. Wir haben gesagt: “Horizont” heißt eigentlich “Grenze”. Und wenn wir nachschauen im Lexikon, dann wird Horizont so beschrieben:

“Der Horizont ist die Grenzlinie zwischen Himmel und Erde.”

Jesus durchbricht diese Linie. Er kommt vom Himmel auf die Erde und durchbricht auch die Grenzen und Horizonte unserer menschlichen Möglichkeiten. Er hat Mittel und Wege, die wir gar nicht kennen. Er kann Türen öffnen, die verschlossen scheinen. Und da wo Türen verschlossen bleiben, kann er uns die Kraft geben, das auszuhalten oder durch andere Türen zu gehen.

Ein weiter Horizont! Gott helfe uns, Grenzen zu überwinden! Grenzen der Gleichgültigkeit, Grenzen der Religion, Grenzen des Stolzes, Grenzen unseres Horizonts und die Grenzen menschlicher Möglichkeiten.

Amen.

ZEUGNIS VON DER PRAKTIKANTIN SANDRA RÖDEL (20 Jahre)

Bete, als wäre es schon geschehen!

Ich möchte ihnen heute etwas Persönliches aus meinem Leben erzählen, das nicht jeder über mich weiß. Seit über 2 Jahren kämpft mein Körper gegen sich selbst an. Ich habe eine Autoimmunerkrankung. Diese sieht so aus, dass mein Körper die Thrombozyten, welche sich in meinem Blut befinden, als Krankheit ansieht und diese abtöten möchte. Die Thrombozyten sind neben den roten und den weißen Blutkörperchen für die Blutgerinnung zuständig.

Das heißt: wenn Sie sich schneiden und nach kurzer Zeit eine antrocknende Blutschicht auf der Wunde erscheint, dann haben sie genug Thrombozyten! Bei mir ist das nicht so. Wenn ich ihnen kurz ein paar Zahlen nennen darf, damit sie verstehen, um was es sich handelt. In einem normalen „Bluthaushalt“ befinden sich ca. 190.000 – 390.000 Thrombozyten. Bei mir waren es vor zwei Jahren oftmals nur 5.000. Also sehr sehr wenig. So wenig, dass ich, obwohl ich mich vom Gefühl her als gesund eingeschätzt habe, sehr oft ins Krankenhaus musste. Die Ärzte meinten, jeder kleine Sturz könnte innere Blutungen verursachen, die tödlich sein können. Im Krankenhaus hat man über 4 Monate verteilt viele Untersuchungen gemacht, verschiedene Therapien und Medikamente ausprobiert, aber nichts hat angeschlagen. Und dadurch hätte ich fast meinen Glauben verloren. Ich hatte das Gefühl Gott greift nicht ein.

Aber er hat eingegriffen. Kennen sie den Spruch: „Gott hilft spätestens rechtzeitig!“? Genau das habe ich erlebt. Nach 4 Monaten fanden die Ärzte ein Medikament, das meinen Körper davon abhält, die Thrombozyten zu zerstören! Dieses Medikament musste ich ein paar Wochen nehmen es hat jetzt zwei Jahre lang angehalten. Und jetzt kommt der eigentliche Hammer! Ich muss nun alle 4 – 6 Wochen zum Arzt zur Kontrolle. Als ich Ende des letzten Jahres dort hinging, sahen die Werte wieder schlechter aus. Und ich hatte Angst, dass das Theater von vorne losgehen würde. Aber dann entschied ich mich dafür, von Anfang an – wieder neu – Gott alles hinzulegen. Und so zu beten, als hätte er es schon getan, dass die Werte wieder besser sein würden. Mein Arzt entschied, mir wieder dasselbe Medikament zu geben, dass ich auch vor zwei Jahren einige Zeit lang einnehmen musste.

Aber er konnte mir nicht garantieren, dass es wieder dieselbe Wirkung zeigen würde.
In Adelshofen auf unserer Bibelschule lasen wir vor einiger Zeit einen Text genau darüber, Gebete so zu beten, als wären sie schon geschehen. Daran erinnerte ich mich als ich in der Situation stand. Und ich traf die Entscheidung wie folgt zu beten: „Jesus ich danke dir dafür, dass meine
Thrombozytenwerte wieder in Ordnung sind. Du bist der Herr über meinen Körper und dafür danke ich dir!“ Und wissen Sie was? Genau das ist eingetroffen! Vor zwei Wochen, als ich wieder zu Kontrolle beim Arzt war, sind die Werte wieder um das SIEBENFACHE gestiegen!

Dafür bin ich dankbar!

Aber vor allem bin ich dafür dankbar, dass Gott mir die Kraft geschenkt hat, daran zu glauben.

Was ich Ihnen gerade erzählt habe, das soll nicht den Eindruck vermitteln, dass ich jedem zeigen und sagen will, wie groß mein Glaube an Gott ist! Ganz im Gegenteil! Ich möchte ihnen Mut machen, das auch einmal auszuprobieren. Ihr Gebet so zu sprechen, als wäre es schon in Erfüllung gegangen. Aber nicht nur das, sondern auch daran zu glauben!

Das mögen vielleicht einfache Worte sein, die ich hier spreche, aber lassen Sie sich doch einmal neu von Gott herausfordern und sehen sie, was dadurch passiert.

 

 

Zur Druckversion