ÜberLeben I – Auftanken

Gottesdienst am Sonntag, 14.02.2016

Thema: ÜberLeben I – Auftanken

Text: 2. Mose 1-2

Predigt: Pastor Gero Cochlovius

Liebe Gemeinde,

nach meiner Wahrnehmung streiten meine Frau und ich uns eigentlich recht selten. Die letzten drei Tage zum Beispiel, da haben wir uns so gut wie gar nicht gestritten. (Ich war nicht da.) Aber da ist eine Sache, die doch immer wieder mal zu Konflikten führt: Wann soll getankt werden? Da gehen die Meinungen weit auseinander. Meine Frau zählt da eher zu den Kleingläubigen und meint, selbst wenn der Tank noch halbvoll ist: “Es könnte doch nichts schaden zu tanken.” Ich hab da an dieser Stelle etwas mehr Vertrauen, und selbst wenn die Tanknadel schon links unterhalb der Reserveanzeige am Anschlag ist, fahre ich grundoptimistisch an der Tankstelle vorbei und denke: “Och, die nächste ist bestimmt noch ein paar Cent günstiger.” Allerdings habe ich mich da im Laufe unserer Ehe doch schon etwas gebessert. Ungünstig allerdings, wenn meine Frau als lebendige Tankwarnanlage nicht dabei ist! Wie mal auf der Rückfahrt einer Jugendfreizeit. Da war ich mit dem Bulli und Köchin Gisela in Frankreich auf der Autobahn unterwegs. Ich hatte bis dahin noch nicht bemerkt, wie knauserig die lieben Franzosen mit ihren Tankgelegenheiten an Autobahnen sind. Und da hatte es mich eiskalt erwischt. Keine wunderbare Benzinvermehrung. Mitten auf der Autobahn war der Saft alle. Sind wir liegengeblieben. Mist! Standstreifen, aussteigen, Warndreieck, loslaufen. Zum Glück war die nächste Raststätte nur noch ein paar Kilometer entfernt! Reservekanister kaufen, 5 Liter tanken. Zurückmarschieren. – Seitdem hab ich dazugelernt: In Frankreich lieber nicht Autobahn fahren…

Aber wie wichtig ist es, rechtzeitig aufzutanken! Und was für unser Auto gilt, wie viel mehr gilt es für unser Leben und für unseren Glauben! Wir haben in uns keine unbegrenzten Spritreserven, keine unerschöpfliche Kraft! Die unerschöpflichen Kraftquellen liegen außerhalb von uns selbst! Da müssen wir auftanken!

Heute beginnt unser 40-Tage-Projekt. Und da geht es darum: Wo sind unsere Tankstellen und Kraftquellen? Wie und wo können wir Kraft tanken?

Es ist die Fastenzeit. Es ist Passionszeit. Eine Zeit, in der viele versuchen, zumindest 7 Wochen lang auf bestimmte Dinge und Gewohnheiten zu verzichten – Süßigkeiten, Alkohol, Fernsehen, Facebook… In der Jugendgruppe unterhalten sich zwei Jugendliche. Prahlt der eine: “Du, ich mach dieses Jahr auch wieder mit beim Fasten”. Doch der andere fragt nach: “Und, worauf verzichtest du?” – “Hm, dieses Jahr verzichte ich mal auf Weltraumspaziergänge.” Nee, so nicht. Fasten ist ein echter Verzicht, um Freiheit zu erleben. Und Freiraum, um sich Zeit zu nehmen für das Gebet, für das Bibellesen, für die Beziehung zu Gott und zu Jesus. Denn da liegt unsere Kraftquelle, außerhalb von uns selbst. Seit Jahrhunderten steht am Beginn der Fastenzeit, am Sonntag Invokavit, die Geschichte vom 40-Tage-Projekt Jesu. Wir haben es vorhin in der Lesung gehört: 2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.

Und was war seine Kraftquelle? Was war seine Tankstelle? Das Wort Gottes! Als die Versuchungen kamen, antwortete Jesus immer wieder mit “Es steht geschrieben”. ” »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«

Und das ist der Grund, warum wir dazu ermutigen wollen, das in dieser Fastenzeit mal auszuprobieren und jeden Tag ein Stückchen aus dem Wort Gottes zu lesen. Und warum nun ausgerechnet Mose? Liebe Gemeinde, das ist das Geheimnis der Bibel. Wenn wir von Mose und dem Volk Israel lesen, lesen wir nicht nur von Mose, sondern von Jesus. Als Jesus nach mit den Emmausjüngern spricht, heißt es: “Und Jesus fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihn aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war.” (Lukas 24,27). Mose ist ein Hinweis auf Jesus. Mose sagt es selbst schon in 5. Mose 18,15 sagt Mose in prophetischer Weitsicht zum Volk Israel: “Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir (…); dem sollt ihr gehorchen.” Damit ist kein andrer als Jesus gemeint! Und so sehen wir in der Geschichte Moses eine Fülle von Hinweisen auf Jesus. Und was das Volk Israel erlebt, das ist unsere Geschichte! Paulus sagt das so (1. Korinther 10,11): Was Israel erlebt hat, ist ein Vorbild, ein Hinweis, ein Schatten von unserer eigenen Geschichte. Israel erlebte Sklaverei – Paulus sagt: Wir sind Sklaven der Sünde. Israel erlebt Erlösung durch das Blut des Passahlamms, wir erleben Erlösung durch das Blut Jesu, unseres Passahlamms: Israel erlebt die beschwerliche Wanderung durch die Wüste – wir erleben unser Leben als Christen in unserm Alltag oftmals als Wüstenwanderung. Israel erlebt Kämpfe, wir erleben auch manche geistlichen Kämpfe. Israel hat ein großartiges Ziel, das verheißene Land. Wir sind unterwegs zu einem noch viel größeren Ziel: das verheißene Land des Himmels, Gottes neue Welt! Und so können wir unglaublich viel lernen, wenn wir nun einfach mal Mose und das Volk Israel begleiten auf ihrem Weg. Nun nicht 40 Jahre durch die Wüste, aber wenigstens 40 Tage. Und dabei werden wir entdecken: Es geht dabei um uns selbst. Und um Jesus!

Und nun schnallen Sie sich an:

 

1) Vollgetankt starten!

Wir haben vorhin vom Auftanken gesprochen. Sehen wir unser Leben mal als ein Auto an. Wir haben da ganz unterschiedliche Karossen. Da gibt es, je älter wir werden, immer mehr Macken und Beulen, Kratzer und Schrammen, so manche Roststellen.

Aber heute Morgen wollen wir mal ganz an den Anfang unserer Lebensreise schauen, als das Auto unseres Lebens noch ganz neu war. Und – oh Wunder – es war schon gleich aufgetankt! Als wir unsern ersten Atemzug taten, hatten wir bereits so viel mitbekommen – als Geschenk für unser Leben! Nicht nur die wunderbare Karosserie unseres Körpers, sondern bereits jede Menge Treibstoff, Kraft zum Leben. Und es ist so wichtig, dass wir uns bewusst machen, was Gott bereits in unser Leben hineingelegt hat, bevor wir es überhaupt wahrnehmen! Im Psalm 23 heißt es: Du schenkest mir voll ein! Du tankst mich voll. Und das beginnt lange, bevor wir überhaupt denken können. Lange, bevor wir atmen können, lange, bevor wir glauben können. Schauen wir zum Beginn der Lebensreise des Mose. Und wir merken: Hier ist Gott am Werk! Schon von klein auf. Nein, schon vor der Geburt. Gott hat Mose viel mitgegeben, was für sein späteres Leben von großer Bedeutung war. In unserem Buch des 40-Tage-Projekts ist die erste Woche überschrieben mit: “Entdecken Sie die Kraft, die in Ihnen steckt.” Das ist leider recht unglücklich formuliert. Wenn man es so stehen lässt, dann könnte man den Trugschluss haben: Es kommt auf dich an! Es kommt auf deine Kraft an! Wenn du nicht mehr weiter weißt, schau in dich hinein, deine Fähigkeiten, deine Ressourcen, deine Kraft. Gemeint ist aber: Entdecke die Kraft, die Gott in dich hineingelegt hat, entdecke die Potentiale, die Gott dir mitgegeben hat. Entdecke die Wunder in deiner eigenen Geschichte und Biografie! Entdecke deine Wurzeln! Du startest vollgetankt ins Leben!

Wie war es bei Mose? Er hatte alles andere als ein Traumkindheit, und doch war Gott mit dabei – von Anfang an und davor. Lesen wir einige Verse aus den ersten beiden Kapiteln des 2. Mosebuchs.

8 Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wusste nichts von Josef
9 und sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk Israel ist mehr und stärker als wir.

Das Volk Israel war in Ägypten. Erinnern wir uns: Generationen vorher die Geschichte mit Josef und seinen Brüdern. Eigentlich eine schreckliche Familiengeschichte mit Neid und Hass zwischen Brüdern. Doch Gott führte über viele Umwege diese Familie wieder zusammen und heilte die Wunden und Verletzungen in den Beziehungen. So dass Josef am Ende sagen konnte: “Ihr gedachtet es böse zu machen, Gott aber gedachte es gut zu machen.” Und dieser Glaube war ein Vermächtnis, ein Erbe, das weitergeben wurde von Generation zu Generation. Haben wir auch gläubige Großeltern? Oder Urgroßeltern? Was sind unsere geistlichen Vermächtnisse? Ist uns eigentlich bewusst, dass auch unsere Gemeinde davon mit geprägt ist, dass Ludwig Harms vor mehr als 150 Jahren hier im Schaumburger Land, u.a. in Beckedorf gepredigt hat, und viele Menschen auch aus unserer Gemeinde dabei zum lebendigen Glauben an Jesus Christus gefunden haben? Segensspuren über Generationen hinweg!

Allerdings, dass Gott von Anfang an bei unserer Lebensreise dabei ist, bedeutet nicht, dass alles glatt geht und wir alle einen bewahrte und behütete Kindheit haben. Wie war es bei Mose? Der Pharao bekommt Angst vor dem größer werdenden Volk der Israeliten. Erst kommt der Befehl zur Unterdrückung:

11 Und man setzte Fronvögte über sie, die sie mit Zwangsarbeit bedrücken sollten. Und sie bauten dem Pharao die Städte Pitom und Ramses als Vorratsstädte.
12 Aber je mehr sie das Volk bedrückten, desto stärker mehrte es sich und breitete sich aus. Und es kam sie ein Grauen an vor Israel.
13 Da zwangen die Ägypter die Israeliten unbarmherzig zum Dienst.

Und als das nicht half, der Befehl zum Mord an den neugeborenen Jungen. Erbarmungslos! Eine schreckliche Zeit, in die Mose hineingeboren wird. Ich denke manchmal: So sehr sind wir heute nicht davon entfernt, wenn wir bedenken, dass jedes Jahr ungefähr 100.000 ungeborene Kinder durch Abtreibung im Mutterleib getötet werden. Oder was jetzt vor ein paar Tagen in England beschlossen wurde: Dass man gesunde Embryos benutzten darf, um sie genetisch zu manipulieren, freilich nur, wenn man sie bald danach zerstört. Menschen missbraucht als Material für die Forschung! Wo leben wir?! Und in so eine schwierige Zeit hinein wird Mose geboren. Und doch: Von Anfang an erlebt er Bewahrung. Da gab es Hebammen, die sich dem Befehl des Pharaos widersetzten. Pua und Schifra.

17 Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben.

Wo sind in unserer Zeit Menschen, die Mut haben, Unrecht beim Namen zu nennen, die Mut haben, für das Leben zu einzutreten und Müttern in Notlagen echte Hilfe anzubieten und gegen den Strom zu schwimmen?!

Und dann sind da die Eltern des Mose, Amram und Jochebet. (2. Mose 2): 2 Und die Frau ward schwanger und gebar einen Sohn. Und als sie sah, dass es ein feines Kind war, verbarg sie ihn drei Monate.

Da waren Eltern, die mutig waren und sich für ihr Kind eingesetzt haben! Und warum haben sie das gemacht? Der Hebräerbrief gibt die Antwort!

Hebr. 11,23 Durch den Glauben wurde “Mose,” als er geboren war, drei Monate verborgen von seinen Eltern, weil sie sahen, dass er ein schönes Kind war; und sie fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot.

Da haben wir das Geheimnis, woher Moses Eltern die Kraft hatten, für ihr Kind einzutreten. Sie waren gläubige Leute, die ein tiefes Gottvertrauen hatten, die sich fest an Gott hielten. Und das hat den kleinen Mose geprägt. Und so hat Mose schon als Baby eine volle Tankfüllung Gotteskraft mitbekommen.

Vollgetankt ins Leben starten. Das war, was Mose erlebt hat – trotz schwierigster Umstände.

 

2) Ein guter Plan

Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, ist es wichtig, dass es eine Reiseroute gibt. Einen Plan, eine Landkarte, ein Ziel. Und das gilt auch für unser Leben. Und es ist gut zu wissen, dass Gott einen wunderbaren Plan für unsere Lebensreise hat. Und wir sehen schon in den ersten Lebensjahren des Mose, wie Gott einen wunderbaren Plan für ihn hat. Hören wir auf Kapitel 2 vom 2. Mosebuch:

3 Als sie ihn aber nicht länger verbergen konnte, machte sie ein Kästlein/Körbchen von Rohr und verklebte es mit Erdharz und Pech und legte das Kind hinein und setzte das Kästlein in das Schilf am Ufer des Nils.
4 Aber seine Schwester stand von ferne, um zu erfahren, wie es ihm ergehen würde.
5 Und die Tochter des Pharao ging hinab und wollte baden im Nil, und ihre Gespielinnen gingen am Ufer hin und her. Und als sie das Kästlein im Schilf sah, sandte sie ihre Magd hin und ließ es holen.
6 Und als sie es auftat, sah sie das Kind, und siehe, das Knäblein weinte. Da jammerte es sie und sie sprach: Es ist eins von den hebräischen Kindlein.
7 Da sprach seine Schwester zu der Tochter des Pharao: Soll ich hingehen und eine der hebräischen Frauen rufen, die da stillt, dass sie dir das Kindlein stille?
8 Die Tochter des Pharao sprach zu ihr: Geh hin. Das Mädchen ging hin und rief die Mutter des Kindes.
9 Da sprach die Tochter des Pharao zu ihr: Nimm das Kindlein mit und stille es mir; ich will es dir lohnen. Die Frau (nämlich Moses Mutter) nahm das Kind (ihr eigenes!) und stillte es.
10 Und als das Kind groß war, brachte sie es der Tochter des Pharao, und es ward ihr Sohn und sie nannte ihn Mose; denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.

 

Hier erkennen wir Gottes genialen Plan, um Mose vorzubereiten für seine spätere große Aufgabe, ein riesiges Volk in die Freiheit zu führen:

a) Zuerst sollte er in eine Familie kommen, wo er als kleines Kind die Grundlagen des Glaubens kennenlernt. Er sollte ein Zuhause haben. Und das beste Zuhause war natürlich: sein eigenes, seine eigene Familie. Und dort fand er zum Glauben. dort bekam er so viel mit auch von der eigenen Geschichte, und von Gottes Geschichte mit Israel – das war das für ihn später immer wieder eine gewaltige Tankstelle. Daran konnte er sich erinnern. Und er hat nie vergessen, woher er kam. Liebe Eltern, was ihr Kindern in den ersten Lebensjahren mitgeben könnt, an Liebe, an Geborgenheit, an Glauben – das kann kein anderer!

b) Und Gottes Plan für die Lebensfahrt des Mose ging dann genial weiter. Gott führte den Jungen an den Königshof. Warum? Dass er dort die Fähigkeiten und Kompetenzen von Führung und Leitung kennen lernt. Und was für ein Bildungsangebot! Besser als die Topelite der ägyptischen Beamten wird Mose ausgebildet. Gratis! Und das ausgerechnet noch beim Erzfeind, in der Höhle des Löwen, wie genial ist das denn!

c) Und Gottes Plan geht weiter. Er hat Mose noch nicht da, wo er ihn haben will. Noch vertraut Mose auf seine eigenen Fähigkeiten und auf seine Kraft. Etwa als er im Jähzorn einen ägyptischen Aufseher erschlägt. So führt Gott ihn in die Wüste, nach Midian. Dort steht auf Gottes Fahrplan: Demut lernen. Geduld lernen. 40 Jahre lang, ohne dass nach menschlichem Ermessen was Entscheidendes passiert. Und doch war das eine wichtige Zeit in seinem Leben. Er, der einst der große Befreier und Führer von ganz Israel werden sollte, verbringt Jahrzehnte seines Lebens als Schafhirte. Doch auch das, wo er denkt: Mist, ich hab mein Leben vor die Wand gefahren. Alles verbockt, – auch das baut Gott in seinen Plan mit ein. Denn wo sonst kann man solche Führungsqualitäten lernen als in der Position eines Hirten?! Als Hirte lernt er, eine Herde zu leiten, zu bewahren, zu führen. Genau die Aufgabe, die er später für die große Herde seines Volkes hatte.

Liebe Gemeinde, ich bin überzeugt: Gott hat für jeden von uns einen wunderbaren Plan für die Reise unseres Lebens. Allerdings: Gottes Plan ist nicht wie ein Computerprogramm, dass einfach unabänderlich abläuft. Nein, er lässt uns Menschen viel Freiheit, dass wir mit unserem Lebensauto auch eigene Wege fahren. Und er lässt es zu, dass wir auch manchmal in scheinbar ausweglose Situationen kommen. Aber er ist ein großer Meister darin, dass er uns auch aus den Irrungen und Wirrungen unseres Lebens herausholen kann, aus Sackgassen, und aus völlig verfahrenen Lagen führt er uns den Weg heraus. Und zwar nicht wie so eine blöde Stimme eines Navis, die mitten auf der Autobahn sagt: “Wenn möglich, bitte wenden.” Sondern bei ihm ist es wirklich möglich zu wenden, umzukehren. Und er kriegt es auch hin, dass auch böse Dinge sich noch zum Guten wenden können. Ja, er bekommt es hin, dass auch Schlimmste Geschehnisse noch seinem guten Plan für unser Leben dienen können.

Vor drei Tagen hörte ich einen Vortrag von Christine Caine, eine Mitarbeiterin der Hillsong-Gemeinde in Australien.

Ihre Kindheit verlief alles andere als behütet: Ungewollt und namenlos. So kam sie zur Welt. Sie wurde sexuell missbraucht, verletzt und unterdrückt. Das war ihre Kindheit. Sie hätte allen Grund gehabt, nicht an Gott zu glauben. Doch das Gegenteil war der Fall, sie vertraute ihr Leben Jesus an und in einem langen Prozesse der inneren Heilung entdeckte sie mehr und mehr Gottes Plan für ihr Leben. Und so wurde sie Leiterin von “A21 Campaign”, einer Organisation die sich weltweit gegen Menschenhandel einsetzt, und vor allem für missbrauchte und versklavte Kinder und sexuelle Ausbeutung von Kindern kämpft. Und ihre eigene Biografie gibt Christine Caine dabei immer wieder Kraft und Antrieb, um Tausenden von Kindern zu helfen. Und so kann Gott auch eine schreckliche Kindheit noch wenden und das Wunder schenken, dass auch ein so geschundenes Menschenkind noch einen großartigen Plan für sein Leben entdecken kann.

Und was für eine Kraftquelle ist es, darauf zu vertrauen: Gott, du kannst mein Leben noch zum Guten wenden! Du hast einen großartigen Plan für mein Leben. Zeige mir den Weg, den du mich führen willst. Und hilf mir, ihn zu gehen.

 

3) Auftanken bei Jesus

Doch auch, wenn wir wissen, dass Gott einen guten Plan für unser Leben hat, dennoch brauchen wir es immer wieder, dass wir unterwegs auftanken. Was nützt das beste Ziel, wenn wir unterwegs liegen bleiben? Und so brauchen wir Tankstellen für unser Leben, für unseren Glauben. Und natürlich: Jeder hat so seine eigenen Tankstellen: ein Urlaub, eine schöne Zeit in der Familie, ein gutes Hobby. Und es ist wichtig und gut, auch solche Tankstellen zu haben. Aber ich bin der Meinung: Die reichen vielleicht, um das eine oder andere schöne Ziel zu erreichen, aber nicht, um das große Ziel zu erreichen, das Gott für unser Leben hat: Das verheißene Land, den Himmel. Da brauchen wir eine andere Tankstelle. Da brauchen wir Jesus, bei dem wir noch auf ganz andere Weise auftanken können.

Und so lasst uns am Schluss noch auf Jesus schauen. Denn die Geschichte von Mose ist – erinnern Sie sich? – voller Hinweise auf Jesus. Wie ein Schatten, eine Abbildung von dem, was in Jesus passiert.

Da ist die Geburt Jesu. Wie Mose wird Jesus von Geburt an bedroht. Der König will ihm an den Kragen, ihn umbringen und dazu die neugeborenen Jungs in Bethlehem. Wie bei Mose! Doch die Eltern Jesu, Maria und Josef, sie schützen ihn und retten ihn. Und zwar durch die Flucht nach – Ägypten! Ausgerechnet Ägypten, das Land Moses. Und dann dieses Geheimnis der “zwei Naturen” von Mose: Er war ja zugleich ein Sklavenkind und ein Königskind. Und darin ein Hinweis auf Christus, der ja ebenfalls eine doppelte Herkunft hat: Menschenkind und Gottessohn. Sklavenkind und Königskind. Und, ihr Lieben, wenn wir das richtig verstehen, dann ist diese Tatsache eine Kraftquelle für unser Leben. Warum?

Jesus ist als Mensch in unsere Welt gekommen und zwar auf die unterste Stufe. Er hat alles Leid dieser Welt mitgemacht. In ein unterdrücktes, versklavtes Volk hineingeboren, dann der Weg zum Kreuz. Wir haben Passionszeit! Ein Weg voller Leid und Entbehrung und die schlimmsten Schmerzen, die man sich vorstellen kann. Damit er uns beistehen kann, wenn wir so elend dran sind. Wenn wir am Boden zerstört sind, wenn wir mit unserm Lebensauto auf der Strecke bleiben. Er steht dir bei, bei ihm kannst du auftanken, wenn du am Ende bist.

Und zugleich ist er als Gottessohn in unserer Welt gekommen. Als Königskind. Und damit macht er klar: Du, ich hab alles in der Hand. Ich habe die Macht über all das, was dir zu schaffen macht. Ich habe die Macht, dich zu erretten und zu erlösen! Ich krieg das hin, dein Leben in Ordnung zu bringen. Hey, ich bin der König! Bei mir kannst du auftanken, und zwar Super-plus! Vertrau mir.

Und: Mose war nicht nur Sklavenkind und Königskind, sondern auch noch Hirte. Genau das ist Jesus auch für uns: Hirte! Und zwar der beste Hirte. “Ich bin der gute Hirte, der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe!” (Joh. 10,11). Er führet mich zum frischen Wasser. Er lässt mich auftanken.

AMEN.